Mercedes-Benz-Motor

OM352

Der Mercedes-Benz OM352 ist ein I6-Dieselmotor-Kolbenmotor.

Jahre
1963–1993
Bauform
I6
Kraftstoff
Diesel

Daimler-Benz holte einen Mann von Leyland zum Entwurf — und konnte nicht genug bauen.

Direkteinspritzung hatte in Stuttgart seit 1956 oberste Priorität, als Alfred Müller-Berner von Leyland geholt wurde, die Arbeit zu leiten; die Vorkammer-Motoren, die sie ablösen sollte, waren aufgebohrt worden, bis ihre Kammern an der thermischen Grenze standen. Seine Antwort nutzte Wirbel-Einlasskanäle, eine Vierloch-Düse in der Kammermitte und eine zylindrische Mulde im Kolben. Als der 5,7-Liter-Sechser 1963 endlich fertig war, kam das Motorenwerk nicht hinterher — die Produktion des ersten Jahres ging fast ganz an die Lkw-Montage in Wörth, und erst ab Sommer 1964 war er frei verfügbar.

1966 folgte ein turboaufgeladener OM 352 A, später die Ladeluftkühlung. Er wurde der Motor des Unimog: 406, 416, 419, 425, 426 und 435 nutzten ihn, allein im 406 mehr als 35.000 Mal. Mannheim baute ihn ab 1963, Lizenznehmer weltweit ab 1970 — allein in Iran rund 180.000 —, insgesamt über 300.000, was ihn Ende der 1970er zu den verbreitetsten Lkw-Motoren in Westdeutschland machte. Neue Abgasgrenzen Anfang der 1990er beendeten ihn, sein Entwicklungspotenzial war da weitgehend erschöpft.