Mercedes-Benz-Motor
OM312
Der Mercedes-Benz OM312 ist ein I6-Dieselmotor-Kolbenmotor.
- Jahre
- 1949–1965
- Bauform
- I6
- Kraftstoff
- Diesel
Ein Nachkriegskompromiss um fremde Werkzeugmaschinen — und die Entstehung von Mercedes-Benz als Lkw-Hersteller.
Stuttgart wollte seit 1938 einen kleinen, leichten, schnelllaufenden Diesel, denn Opels günstiger Benzin-Blitz beherrschte die Drei-Tonnen-Klasse, während der eigene L 3000 zu schwer und zu teuer war. Der Krieg stoppte die Werkzeugausstattung; 1942 zwang er Mercedes-Benz, den Blitz in Lizenz zu bauen — und 1945 stand genau diese Blitz-Maschinerie noch als Produktionsausstattung da. So wurde der Vorkriegs-OM 302-Sechser daran angepasst: sieben Kurbelwellen-Hauptlager blieben, der Zylinderabstand wurde bewusst ungleichmäßig für die Transferlinien. Ordentliche Erprobung war nur möglich, weil der Lkw ein Jahr zu spät kam.
Der L 3250, der ihn trug, debütierte im Mai 1949 auf der Exportmesse Hannover als erstes Nutzfahrzeug der Gruppe nach dem Krieg und wurde in L 3500 und dann L 311 umbenannt. Die Wette, die 1938 verwegen wirkte — 3.000/min Nenndrehzahl für einen Diesel — lieferte nahezu die spezifische Leistung zeitgenössischer Benzinmotoren bei einem Bruchteil des Verbrauchs und gab dem Lkw ein ungewöhnlich niedriges Leergewicht. 1954 folgte ein turboaufgeladener OM 312 A mit 115 PS, doch frühe Turbolader waren unzuverlässig, Käufer blieben fern, und er blieb weitgehend Feuerwehrfahrzeugen vorbehalten. Auf 65 PS abgestimmt, eröffnete der Motor auch die Karriere des Unimog 406.