Mercedes-Benz-Motor
OM401
Der Mercedes-Benz OM401 ist ein V6-Dieselmotor-Kolbenmotor.
- Jahre
- 1973–1994
- Bauform
- V6
- Kraftstoff
- Diesel
Der kleinste Motor der modularen Familie — und der, der zitterte.
Die 400er-Reihe folgte einer strengen Regel: ein Bankwinkel, eine Bohrung, und jeder Motor ein Zylinderpaar und einen Kurbelwurf länger als der vorherige, damit alle auf einer Linie bearbeitet werden konnten. Jeder Kurbelzapfen trug zwei gegenüberliegende Pleuellager. Beim V8 ergab diese Geometrie gleichmäßige Zündabstände; beim V6 bei gleichen 90° nicht, und Daimler-Benz akzeptierte das rauhe Laufen mit der Begründung, ein Lkw sei kein Pkw. Was der 9,6-Liter-Sechser mit 192 PS dafür bot, war sehr geringes Gewicht und sehr kompakte Abmessungen.
Ab 1973 arbeitete er in der Mitte der New-Generation-Reihe — 1219, 1419, 1619, 1719 und 2219 — und im O 303-Reisebus als Einstiegsmotor. Die Vibration wurde erst in der OM-44x-Generation ab 1985 konstruktiv beseitigt, deren OM 441 eine Kurbelwelle mit versetzten Kurbelzapfen nutzte. Dem OM 401 selbst blieb ein letzter Auftritt: Da Saugmotoren die kommenden Grenzwerte nicht mehr erfüllten, kehrte er zwischen 1991 und 1994 als turboaufgeladener, ladeluftgekühlter OM 401 LA mit 245, 272 und 313 PS zurück — ein Euro-I-V6, der Arbeit leistete, die einem atmosphärischen V8 gehört hatte.