Mercedes-Benz-Motor
OM360
Der Mercedes-Benz OM360 ist ein I6-Dieselmotor-Kolbenmotor.
- Jahre
- 1964–1973
- Bauform
- I6
- Kraftstoff
- Diesel
Ein Vorkriegsentwurf mit Direkteinspritzung — und dann beraubt seines eigenen Namens.
Die Linie reicht zurück zum OM 67/4, dem Sechser, der den L 4500 durch den Krieg und danach trug. 1950 vergrößerte Daimler-Benz diesen Motor zum 8,3-Liter-OM 315, noch mit Vorkammern; Mitte der 1960er wurde dasselbe Design auf Direkteinspritzung umgestellt, auf 8,7 Liter bei 115 × 140 mm Hubraum gebracht und in OM 360 umbenannt. Darunter saß ein kleinerer Verwandter, der acht Liter OM 327. Beide fanden Arbeit im O 302-Reisebus und füllten die Lücke zwischen dem kompakten OM 352 und dem großen OM 355.
Sein sichtbarster Einsatz kam 1969. Daimler-Benz' Interpretation des VÖV-Standard-Stadtbus, der O 305, verlangte rund 200 PS aus einem Motor, der flach unter dem Boden liegen sollte, und der waagerechte OM 360h lieferte 192 PS, oder 170 PS in abgedrosselter Einstellung. Er hielt den Posten nur bis 1973, als der Unterflur-OM 407 der neuen 400er-Reihe übernahm. Der Code selbst ging nicht in Rente — Mercedes-Benz nutzte «OM 360» später als Dach für OM 364 und OM 366, Motoren, die mit diesem hier außer der Nummer nichts gemein haben.