Mercedes-Benz-Motor

OM326

Der Mercedes-Benz OM326 ist ein I6-Dieselmotor-Kolbenmotor.

Jahre
1956–1964
Bauform
I6
Kraftstoff
Diesel

Vier Ventile pro Zylinder 1956 — und ein Verkehrsminister, dem man den seltsamsten Einsatz verdankt.

1956 als größter Sechser vorgestellt, den Daimler-Benz bis dahin für schwere Lkw gebaut hatte, verließ der OM 326 die gemeinsame Zylinderkopf-Philosophie. Jeder Zylinder bekam seinen eigenen mit vier obenliegenden Ventilen, was die Bohrungen weiter auseinanderdrückte und Motor wie Motorhaube merklich verlängerte. Es blieb ein Vorkammer-Konstrukt — Glühkerzen, 20,5:1 Verdichtung, ein Gusseisenblock von rund 805 kg —, und in stärkster Auslegung lieferte er 200 PS bei 2.200/min für den Frontlenker LP 326 und später L 337, L 338 und L 1620.

Dann begrenzten Christoph Seebohms Gewichtsgesetze von 1956 Zweiachs-Lkw auf 12 Tonnen, erlaubten Dreiachs 16, und Stuttgart antwortete mit dem LP 333 — dem Doppellenkachs-«Tausendfüßler», dessen OM 326 in der Kabine neben dem Fahrer stand, Hitze und Lärm abstrahlte und selbst zum Ölnachfüllen schwer erreichbar war. 1.833 wurden gebaut, bevor die Regeln 1960 lockerten und die ganze Übung ihren Sinn verlor. Ein horizontaler OM 326h fuhr unter dem Boden des O 317. 1964 verschwand auch die Vorkammer: dieselben 128 × 140 mm kamen als Direkteinspritz-OM 346 zurück.