Mercedes-Benz-Motor

MB820

Der Mercedes-Benz MB820 ist ein V12-Dieselmotor-Kolbenmotor.

Jahre
1951–1961
Bauform
V12
Kraftstoff
Diesel

Der V12, der die Bundesbahn von der Dampflok befreite — und dann auf See in Rettungsbooten und U-Booten fuhr.

Er baute auf dem Vorkriegs-MB 806 auf, dem Zwölfzylinder, der Reichsbahn-Schnelltriebwagen angetrieben hatte, und kam Anfang der 1950er auf den Markt, genau als die Deutsche Bundesbahn entschied, wie sie die Dampflokomotive ersetzen sollte. Sein sichtbarster Einsatz war die V 200, die zwei davon trug. Die Spezifikation war auf Austauschbarkeit geschrieben: Mercedes-Benz-, Maybach- und MAN-Motoren sowie Voith- und Mekydro-Getriebe konnten zwischen V 200, V 80, V 100 und den VT 08, VT 11 und VT 12 getauscht werden, und eine Lok mit einem Mercedes- und einem Maybach-Motor war ein gewöhnlicher Anblick.

Als Nächstes kam das Wasser. Die deutsche Seenotrettung setzte einen 1.350-PS-MB 820 DB in die Mitte ihrer 26-Meter-Georg-Breusing-Kreuzer, flankiert von zwei kleineren Sechszylindern MB 836, und eine diesel-elektrische Anlage trieb 1959 den 6.400-Tonnen-Frachter Tinnum. Die Marinekarriere war noch merkwürdiger: die geborgenen Boote Typ XXIII Hai und Hecht, das gehobene Typ XXI Wilhelm Bauer, dann jedes U-Boot Typ 201 und Typ 205 der neuen Bundesmarine und Norwegens Kobben-Klasse. Die Produktion zog im September 1961 nach Maybach nach Friedrichshafen, und MTU verkaufte ihn weiter als 12 V 493.