Mercedes-Benz-Motor
M196
Der Mercedes-Benz M196 ist ein I8-Ottomotor-Kolbenmotor.
- Jahre
- 1954–1955
- Bauform
- I8
- Kraftstoff
- Benzin
Ventile ohne Federn, Benzin direkt in den Zylinder, zwei Weltmeistertitel in zwei Saisons.
Die Grand-Prix-Formel 1954 halbierte das Hubvolumen auf 2,5 Liter ohne Aufladung, und Fritz Nallinger und Rudolf Uhlenhaut wählten einen Reihenachter — aber keinen konventionellen. Er war in zwei Vierzylinderblöcke geteilt, mit der Kraftentnahme in der Mitte, was die belastete Länge einer durch Rollenlager verlängerten Kurbelwelle verkürzte und die Torsionsvibration dämpfte, die sie sonst zerstört hätte. Die Köpfe waren aufgeschweißt, die Zylinder verchromt. Statt Ventilfedern sorgte eine desmodromische Mechanik mit einer zweiten Nockenwelle dafür, dass jedes Ventil zugezogen wurde — Hub und Drehzahlen, die keine Feder der Zeit überlebt hätte.
Hans Scherenberg hatte vor dem Krieg am Flugmotor DB 601 gearbeitet und bei Gutbrod an der ersten serienmäßigen Benzin-Direkteinspritzung danach; zurück bei Daimler-Benz ab 1952 gaben er und Karl-Heinz Göschel dem M 196 dieselbe Technik. Er lief auf RD1, einer Esso-Mischung aus Benzol, Methanol und Nitrobenzol, so aggressiv, dass Tanks und Leitungen nach jedem Rennen mit normalem Benzin gespült wurden. Juan Manuel Fangio holte damit 1954 und erneut 1955 die Meisterschaft — neun Siege und acht Pole-Positionen aus zwölf Starts. Vergrößert auf 2.983 cm³ für den 300 SLR und endlich zäh genug für Pumpenbenzin, trug er Stirling Moss durch die Mille Miglia und gewann den Sportwagen-Titel bei der Targa Florio, bevor Mercedes-Benz ganz aus dem Rennsport ausstieg.
Einsatz.
Jedes Modell mit dem M196.