Mercedes-Benz-Motor
M118
Der Mercedes-Benz M118 ist ein I4-Ottomotor mit SOHC-Ventilsteuerung.
- Jahre
- 1960–1962
- Bauform
- I4
- Kraftstoff
- Benzin
- Höchstleistung
- 98 PS
Mercedes konstruierte ihn, baute kein Auto darum — und übergab Audi seine Zukunft.
Fritz Nallinger ließ die Idee eines Mercedes unterhalb der bestehenden Palette nie los. Um 1960 zeichnete die Vorentwicklung in Untertürkheim unter Ludwig Kraus einen Frontantriebs-Kompakt — Projekt W118, geplant mit 1,5-Liter-Boxer-Vierzylinder. Parallel testete Daimler-Benz einen hochverdichteten 1,7-Liter-Reihenvierzylinder, und das Auto wurde die W119. Intern hieß der Motor H-Motor: Heron-Brennräume, spiralförmige Einlasskanäle zum Wirbeln des Gemischs und 11,2:1 Verdichtung, als neun schon ehrgeizig war. Die Prototypen trugen ein SL-Gesicht und eine tiefe Taille nahe am kommenden 230 SL.
Daimler-Benz hatte 1958 die Auto Union übernommen, und ein kleiner Mercedes hätte DKW den Markt weggenommen. Das Auto wurde gestrichen. 1962 schickte Nallinger Kraus stattdessen nach Ingolstadt — mit dem Motor, Codename Mexico, ursprünglich als Mehrstoff-Aggregat für ein militärisches Programm entwickelt, das ins Leere lief — um Auto Union von Zweitaktern zu heilen. Kraus baute ihn in den DKW F102, und weil DKW Zweitakt bedeutete, erschien das Ergebnis 1965 unter einem Namen, der seit 1940 unbenutzt war: Audi. Nallingers Kompakt-Mercedes kam schließlich 1982 als W201.
Versionen.
Alle Werksversionen des M118.
| Version | Hubraum | Bohrung × Hub | Verdichtung | Leistung | Drehmoment |
|---|---|---|---|---|---|
| 118 | 1,496 cc | 80 × 74.4 mm | 9.1 | 54 kW (72 hp; 73 PS) bei 4,750 U/min | 113 N·m (83 lb·ft) bei 2,600 U/min |
| 118 H | 1,697 cc | 80 × 84.4 mm | 11.2 | 72 kW (97 hp; 98 PS) bei 5,000 U/min | 127 N·m (94 lb·ft) bei 2,800 U/min |